12. Januar 2026

Aus der persönlichen Krise lernen

Auf diese Betrachtung bin ich durch ein Youtube Video gekommen. Der Neurologieprofessor Volker Busch sagt in einem Podcast auf die Frage, was denn seine größte Krise gewesen sei folgendes: “Die Verabschiedung meiner medizinischen Karriere zugunsten dessen, was ich derzeit so gerne mache: Podcast, Bücher schreiben oder auf Bühnen stehen …”. Er wird mit dieser Entscheidung kein Chefarzt mehr werden. Der 75jährige Zuschauer videosuchen des Videos schreibt dazu: “Der Typ scheint aber noch nicht wirklich viel Schlimmes mitgemacht, zu haben, wenn er seine berufliche Situation als die größte Belastung seines Lebens darstellt.” Und weiter: “Ich (75) habe mit 50 meine Frau plötzlich verloren, 5 Jahre später meinen 30 Jährigen Sohn, dann vor 12 Jahren bin ich an Krebs mit einer 50% igen Überlebenschance erkrankt, musste meinen Beruf aufgeben etc. Alles das habe ich mit viel Glück überstanden ohne das Buch des Theoretiker gelesen zu haben. Vielleicht sollte ich als Praktiker auch mal ein Buch schreiben.” - Und bekommt dafür die meisten Likes.

Ehrlich gesagt, hat es mich auch erstaunt, dass jemand, der uns in Büchern, Podcasts und Bühnenshows erklären will wie man mit Krisen umgeht noch keine Krise erlebt hat, die man als solche bezeichnen würde. Aber wir wollen hier nicht urteilen oder verurteilen. Wir wollen differenziert schauen und lernen, vor allem für uns selbst. Und ja, so ist das Leben.

Jede Krise ist individuell. Jede Krise wird individuell unterschiedlich erlebt. Das kommt daher, weil alle unsere Hirne unterschiedlich sind. Kein Hirn ist wie das andere. Und kein Hirn erlebt eine Krise wie ein anderes Hirn. Das müssen wir uns immer wieder klar machen. Und das ist erst ein Teil der ganzen Weisheit. Der andere Teil ist, dass auch die Bewältigungsmöglichkeiten und Strategien vollkommen unterschiedlich sind. Mit gewissem Recht weist Jan Dreher auf Faktoren und Verhaltensweisen hin, die zur Bewältigung von Depressionen hilfreich sind. Aber auch hier gilt: keine Regel ohne Ausnahme.

Das einzige, was wirklich und nachhaltig hilft, ist der eigene Spezialist für sein eigenes Hirn zu werden. Ratgeber hin, Ratgeber her. Dieser Prozess geht ein ganzes Leben lang auch nie zu Ende. Denn die Krisen wandeln sich, die Fähigkeiten wandeln sich, die Randbedingungen wandeln sich, je nach Alter, je nach Lebensphase, je nach gesellschaftlichem Zustand. Alles ist in Bewegung.

 

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