4. Januar 2026

Mein persönlicher Erste Hilfe Kasten

Zunächst … ich gebe zu, dass in meinem Leben auch nicht immer alles glatt gelaufen ist. Und es wird auch weiterhin nicht alles glatt laufen. Daher habe ich mir so eine Art Erste Hilfe Set zurecht gelegt, was im Notfall zu tun ist. Es ist mein ganz persönliches Erste Hilfe Set. Nimm daraus, was Du brauchen kannst.

Ruhe bewahren

Es ist dies eine Empfehlung, die man immer von Profis bekommt, wenn ein Notfall eintritt. Das ist bei eigener Betroffenheit gar nicht so leicht. Daher kommen auch nach und nach ein paar Tricks, die genau dazu hilfreich sein können. Das Hirn schaltet vollkommen natürlich in einen Fight-Flight-Freeze-Modus, das rationale Denken wird in den Hintergrund gedrückt und die Notfall-Reaktion bestimmt das Hirn. Das ist aber oft gar nicht sinnvoll. Selbst in einer echten realen Lebensgefahr ist Ruhe meist die beste Strategie. Um zu einer inneren Ruhe zu kommen, sind alle Mittel recht. Man kann sich auf etwas anderes konzentrieren, bis hundert zählen, versuchen ruhig zu atmen, sich im Raum zu orientieren. Wichtig ist, das Hirn unter Kontrolle zu bringen und Panikgedanken zu verhindern. Da man nicht nicht an etwas denken kann, muss man an etwas anderes denken. Angenommen Du bist Zeuge eines schweren Unfalls. Dann wird Dein Hirn jedes Detail immer wieder wiederholen. Nun kannst Du nicht nicht an den Unfall denken. Du musst aktiv etwas anderes denken.

Kein Alkohol

Kein Alkohol, keine Drogen, keine psychoaktiven Substanzen. Das ist wichtig. Und wenn ich schreibe kein Alkohol, dann meint es genau das: kein Alkohol. Also nicht ein Schlückchen zum Einschlafen, nicht ein Gläschen zum runter kommen. Kein heißt kein. Auch das will ich erklären. Alkohol ist ein Nervengift, eine psychoaktive Substanz, die die Blut-Hirn-Schranke überwindet, um dann im Hirn zu wirken. Die Alkoholmoleküle docken an Rezeptoren an und verändern so das Erleben. Aber leider nur kurze Zeit und das auch nur scheinbar. Alkohol wirkt wie ein Bumerang. Wenn die beruhigende Wirkung nachlässt, kommen die Probleme nur noch schärfer zurück, da sich die Psyche zunächst daran gewöhnt hat, dass die Probleme scheinbar kleiner geworden sind. Alkohol hat noch was tückisches. Nach kurzer Zeit wirkt er nicht mehr. Der Körper braucht mehr Alkohol, um die gleiche Wirkung zu erzeugen. Also … es ist eine einfache Regel: Finger weg vom Alkohol. Das gilt auch für andere Drogen und Medikamente, es sei denn Dein Arzt hat sie verordnet.

Gedankenkontrolle

Gedankenkontrolle ist eigentlich die wichtigste zu erlernende und zu übende Technik. Angenommen Deine Freundin hat Dich verlassen. Du darfst dann alles denken, nur nichts über Deine Freundin. Zugegeben, es ist etwas brutal. Aber es ist sehr wichtig. Das Hirn denkt am liebsten in gewohnten Bahnen. Durch diese Gedanken werden diese Bahnen immer stärker. So funktioniert auch lernen. Nur dass wir unserem Hirn jetzt beibringen müssen etwas zu verlernen. Das geht wiederum nicht dadurch, dass wir ganz stark nicht an die Freundin denken. Wie oben beschrieben, können wir nicht nicht an etwas denken. Das beliebte Spiel ist: “Denke nicht an einen blauen Elefanten”. Natürlich hast Du jetzt an einen blauen Elefanten gedacht. Also das Hirn ist ein absolut faszinierendes Ding. Aber manchmal spielt es Arschloch. Unmerklich kommt der Trennungsschmerz, Erinnerungen, Wutgefühle, was auch immer - dies kommt aus dem Unbewussten und drängt sich ins Bewusstsein, bis Du nichts anderes mehr denken kannst. Das musst Du verhindern. Das geht in mehreren Schritten. Zunächst musst Du die Gedanken bemerken. Je früher Du sie bemerkst, desto besser ist es. Dann ist es wichtig, dass Du Dich nicht für diese Gedanken verurteilst. Es ist nämlich wichtig, dass Du Deinen maximalen Selbstwert wieder findest. Dich zu verurteilen ist genau das Gegenteil. Also Du sagst Dir “schön Gedanke, dass Du da bist. Es ist so wertvoll, dass ich mich erinnern kann, aber ich kann Dich im Moment nicht brauchen. Ziehe jetzt weiter”. Und dann lässt Du den Gedanken ziehen. Du kannst ihm zuwinken. Wichtig ist nun, dass Du einem neuen guten Gedanken Raum lässt, also aktiv an etwas Gutes denkst, an etwas, was nicht mit Deiner Exfreundin zu tun hat. Am besten ist etwas, was mit Dir zu tun hast. Du kannst Dir innerlich auf die Schulter klopfen und sagen: “Hey, das hast Du wirklich gut gemacht! Du hast den Gedanken kommen sehen und dann hast Du ihn gleich wieder weiter geschickt. Es ist so gut, dass ich die Kontrolle über mein Hirn nach und nach wieder erlange. Das tut gut!” Und spüre dabei, wie es gut tut. Spüre das wie eine Wärmewolke in Dir.

Ich gebe zu, dass das ausgesprochen mühsam ist. Aber es lohnt sich! Überlege Dir, was geschehen würde, wenn die Sehnsuchtsgedanken vollkommen Besitz von Dir ergreifen würden. Es würde Dich vor allem bedrücken und depressiv machen.

Dein Hirn ist im Notmodus. Du hast etwas wichtiges verloren. Es ist normal, dass Dich das beschäftigt. Es ist normal, dass Trauer, Wut und Schmerz Besitz ergreifen wollen von Dir. Du kannst Dir auch eine feste Zeit vornehmen am Tag, an dem Du diese Gedanken zulässt. Dann aber bitte kontrolliert.

Und ja, es ist in Ordnung mit anderen Menschen über Dein inneres Befinden zu sprechen. Wichtig dabei ist, dass diese Menschen Deinen Schmerz, Deine Trauer voll und ganz akzeptieren. Es geht nicht darum die Wut auf Deine Exfreundin zu schüren und anzufachen. Es geht darum, dass Du Dein wildes Inneres in möglichst klare Worte formulierst.

Worum es geht

Das oberste Ziel der Maßnahmen ist es, das Hirn zu beruhigen. Man kann es auch Gelassenheit nennen. Gelassenheit setzt dann ein, wenn das Hirn in Ruhe sein kann, also keine Ablenkung benötigt, keinen Stress verspürt.

Jede natürliche Maßnahme, die dazu führt ist gut. Die Psyche ist in diesen Momenten verletzt, vulnerabel, empfindlich und reagiert dementsprechend. Es ist eine offene Wunde. Also mach' Dir immer wieder klar: das, was Dich in Aufregung, Unruhe, Trauer und Wut versetzt ist kein Weltuntergang. Fast jeder Mensch hat so etwas schon einmal erlebt. Du wirst eines Tages gestärkt aus der Krise hervor gehen.

Eventuell wird Dein Schlaf gestört sein. Ja, das ist lästig. Es ist ausgesprochen lästig. Aber es ist kein Drama. Versuche Dich so gut wie möglich zu beruhigen.

Alle Mittel sind recht

Alles, was Deiner Seelenpflege dient, ist gut und sinnvoll. Du musst es ausprobieren was Dir ganz persönlich hilft. Es gibt dafür keine Antwort, die für alle Menschen gilt.

Postitiv wirken sich aus …

  • Bewegung in der Natur
  • kreative Betätigungen wie töpfern, malen, musizieren
  • unter Menschen sein, die einen akzeptieren so wie man ist
  • Meditation

Negativ wirken sich aus …

  • Jede Art der Betäubung, sei es durch Drogen, Alkohol, Konsum, Party …
  • Passivität und Grübeln
  • Ablenkung durch Stress, z.B. übermäßige Arbeit

Wenn Du keinen Antrieb hast raus zu gehen, dann bewege dich drin. Jede Bewegung hilft. Du musst nicht eine Stunde joggen. Auch ein 5-Minuten-Spaziergang hilft. Spüre dabei so viel wie möglich. Spüre die Luft, versuche wahr zu nehmen, was um Dich herum geschieht.

Baue Dir Brücken. Wenn Du etwas zu besorgen hast, nutze die Gelegenheit um draußen ein paar Schritte zu gehen.

Erfinde Dir Mantren, die Du den Tag über so oft wiederholst, wie es geht. Sprich Dir Mut zu, achte aber dabei darauf, dass Du auch etwas dabei fühlst.

Lesen

Du wirst nur wenig Konzentration aufbringen um zu lesen. Daher nimm' Dir ein Buch, das keine langen Texte hat sondern kompakte Gedanken enthält. Auch mit einem einzigen Gedanken kannst Du Dein Hirn beschäftigen. Lies nur so viel, wie Du auch aufnehmen kannst.

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Telefon: 03841 2784949

E-Mail: post@klare-motive.de