18. Januar 2026

Warum wir Seelenpflege machen müssen

Die Frage könnte auch lauten: warum werden so viele Menschen psychisch krank?

Als psychische Krankheiten bezeichnen wir alles, was bei den betroffenen Menschen oder deren Angehörigen einen Leidensdruck erzeugt. Das typischste Beispiel ist die Volkskrankheit Depression. Der Begriff der Depression wurde erst etwa ab dem Jahr 1800 verwendet. Davor wurde der Zustand als Melancholie oder Schwermütigkeit beschrieben. Das Phänomen wird schon über 3000 Jahre beobachtet und beschrieben. Auffallend ist aber der Anstieg der Erkrankung. Auch die weltweite Verteilung an Depressionen ist ein Indiz dafür, dass äußere Umstände durchaus eine Rolle spielen. So sind Menschen, die in klimatisch begünstigten Zonen leben und einen geringen Wohlstand haben quasi frei von Depressionen.

Die Anzahl der stationär behandelten Menschen mit rezidivierender (wiederholter) Depression hat sich von 2000 bis 2010 fast verdoppelt. Auch der Anstieg depressiver Symptome während der Corona Krise ist ein deutliches Indiz, dass äußere Faktoren einen starken Einfluss darauf haben wie sich psychische Krankheiten entwickeln.

Wir leben in einer für die Psyche ungesunden Welt. Die meisten Menschen klagen über Überlastung und Stress. Familie und Erwerbsleben müssen irgendwie unter einen Hut gebracht werden, das Smartphone macht uns ständig erreichbar und in Ruhephasen checken wir die neuesten Inhalte auf Social Media. Wir unterliegen ständigen Erwartungen und eigenen und fremden Ansprüchen und dann müssen wir noch Yoga machen, zum Elternabend und zur Weiterbildung. Dieses Lebensmodell war dem Menschen vor 200 Jahren noch vollkommen fremd. Die meisten Menschen im 19. Jahrhundert hatten noch ein stabiles Lebensumfeld. Im Jahr 1800 arbeiteten noch 62% der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft. 100 Jahre später waren es noch 33%. Im Jahr 2025 arbeiten noch etwa 1,2% der Beschäftigten in der Landwirtschaft. Dies nur als ein Bild für den rasant fortschreitenden Kulturwandel. Da kommt die Psyche nicht mit.

Von Depressionen wissen wir auch, dass sie eine Art von Schutzmechanismus darstellen. So schützt sich der Mensch vor Überlastung.

Wir dürfen dieses Phänomen auch für andere psychische Erkrankungen annehmen. Wir gehen in der Psychologie von einem Vulnerabilitäts-Stress-Modell aus. Jeder Mensch hat eine unterschiedliche Widerstandsfähigkeit gegen Verletzungen, der sogenannten Vulnerabilität. Diese ist durch die genetische Disposition, den Lebenseinflüssen und der eigenen Konstitution bestimmt. Auch die Belastung ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und wird unterschiedlich empfunden. In der modernen Gesellschaft dürfen wir davon ausgehen, dass die Stressfaktoren allgemein hoch liegen und die Belastbarkeit nicht in gleichem Maße zugenommen hat. So sind die steigenden Zahlen an psychischen Erkrankungen erklärbar.

Dem können wir entgegen wirken. Durch bewusste Seelenpflege können wir die Stressfaktoren reduzieren und die Widerstandsfähigkeit erhöhen.


Wir wachsen unter suboptimalen Verhältnissen auf. Wir Menschen haben nach wie vor ein Säugetierhirn wie vor 5000 Jahren. Alle Säugetiere kümmern sich um ihren Nachwuchs, so lange er die Begleitung braucht. Alle Säugetiere begleiten ihren Nachwuchs bis zur Eigenständigkeit. Dass Säugetiere ihre Jungen in die Hand von familienfernen Erziehungsexperten geben, ist unbekannt. Die heutige, auf wirtschaftliche Effizienz optimierte Gesellschaft, die Kinder zu Objekten macht, ist in der Tierwelt unbekannt. Wir wissen, dass eine stabile empathische Betreuung vom ersten Tag an bis ins Erwachsenenalter die Psyche stärkt und optimale Voraussetzungen für das künftige Leben schafft. Fürsorge ist wichtiger als Schulnoten. Sozialkompetenz ist wichtiger als Ehrgeiz. Selbstverantwortung ist wichtiger als Disziplin. Unser Säugetierhirn wird also in den meisten Fällen nicht optimal gefördert. Wir haben noch ein gut funktionierendes Angstzentrum gegen den Säbelzahntiger. Wir sind dagegen schlecht ausgestattet mit einem gesunden Verhalten gegen wirkliche Probleme wie zum Beispiel den Klimawandel. All dies bildet die Grundlage dafür, dass sich psychische Erkrankungen gut entwickeln können.

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